Es ist zum Heulen

Eigentlich bin ich ein total friedlicher Mensch, leben und leben lassen.

Nun aber könnte ich aus der Haut fahren. Thema Wölfe in Deutschland. Die Wahl in Niedersachsen rückt näher. Die Parteien haben wohl mal grob durchzählen und hochrechnen  lassen, wo mehr Stimmen herkommen könnten, von Landwirten und Jägern oder von Wolfsfreunden und Naturschützern.

Nun wird also zur Jagd auf den Wolf geblasen. Ganz besonders auf das Rudel in meinem Nachbarlandkreis Cuxhaven. Dort wurde im letzten Sommer die Wölfin des ortsansässigen Rudels  illegal erschossen. Zurück blieben ihre wenige Monate alten Jungen und der Rüde. Wahrscheinlich war es für den Rüden leichter an ausreichend Nahrung für seine Jungen zu kommen, wenn er Schafen und Rindern nachstellte. Ungeschützte Weiden luden förmlich dazu ein. Wölfe sind schlau. Nun also soll es dem ganzen Rudel an den Kragen gehen und nicht nur diesem Rudel…

Meine lieben Grünen, wo versteckt ihr euch …

*

Foto: Wolf Ayasha aus dem Wildpark Lüneburger Heide. Leider ist mir in Deutschland noch kein Wolf in freier Wildbahn vor die Kamera gelaufen. Obwohl ich fast täglich auf Fotomotiv- oder Pilzsuche im Wald bin, außerdem am Waldrand wohne. Zecken fallen mich dagegen öfter an und Borreliose hatte ich auch schon. Wer ist also das gefährlichste Tier im Wald.

 

Wolfsmonitor von heute nachmittag

 

 

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20 Responses to Es ist zum Heulen

  1. Weltweit nimmt der Raum für Tiere und Natur allgemein dramatisch ab. Die Menschheit wächst und wächst. Täglich sterben in der Natur Arten aus, Lebensräume verschwinden. Und da ist es ein Glück für das Gefühl und den Verstand, dass es einem Tier, dem mutigen Wolf, gelungen ist, sich seinen angestammten Lebensraum zurück zu erobern. Ich begrüße das sehr und sehe das auch als Omen, dass wir die Hoffnung auf eine gesunde Welt nicht aufgeben. Die Landwirte müssen lernen, ihre Tiere zu schützen, so gut es eben geht. Steuergelder inklusive. Fazit: Am Ende landen die „Nutz“tiere nicht auf dem Gnadenhof, sondern auch hier entscheidet der Mensch und tötet.

  2. Emwe sagt:

    @Zimtsternengel
    Was ihr NUR-Wolfsfreunde ja offensichtlich nicht kapiert, ist:

    Tierarten in „Käfigen“ bzw. in abgeschlossenen Stallungen, wird es genau

    WEGEN

    der massiven Vermehrung der Wölfe (immerhin hat sich die Zahl mehr als 500-facht, in nur 17 Jahren), vermehrt geben müssen.

    Es gibt nämlich außer Zoo-Zäunen keine sicheren Zäune gegen Wölfe. Und solche sind in der deutschen Landschaft weder erlaubt noch finanzierbar.

    Respekt vor anderem Leben?

    Wenn Menschen ihre Tiere verlieren, ihre Zukunftspläne ihre Perspektiven, ihre Freiheit und deren Tiere ihr Leben, die artgerechte (Weide)Haltung, ihre ungeborenen Jungtiere, oder die Jungtiere direkt in oder nach der Geburt gefressen werden …
    Wo ist denn da der geforderte Respekt?

    Da wird nur mit den Schultern gezuckt (weil man einfach alles was Nicht-Wolf ist, eiskalt als Wolfsfutter deklariert) und es werden noch Forderungen (24h Behirtung, Stallhaltung, Herdenschutzhunde, Esel, Lamas und Abschaffung der Tiere oder Berufswechsel und sogar Verlassen der Heimat im ländlichen Raum) gestellt!

    Tierrassismus und Menschenverachtung nenne ich das!

  3. A. SCHOLZ sagt:

    Das Rudel hat schon Nutztiere gerissen, BEVOR die Fähe erschossen wurde!
    Nachzulesen in der offiziellen Nutztierrissliste.

    • Dann hat das Nutztier ja seinen Zweck erfüllt. Es wurde genutzt. Ja, nicht vom Menschen, aber es wurde genutzt. Wo liegt jetzt das Problem?

      • Emwe sagt:

        Du forderst Respekt für Wölfe und schreibst hier so einen Kommentar.?

        Typisch für eiskalte und empathielose NUR-Wolfsschützer und ansonsten tierhassende Tierrassisten!

        Das Problem ist, dass viele Tiere,
        die ein tolles artgerechtes Weidetierleben hatten oder hätten haben können,

        unter Höllenqualen lebendig (an-) gefressen werden, wie die erwachsenen Rinder!

        Leute, die sowas nicht als Problem sehen, dürften großteils behandlungsbedürftige Sadisten sein!

        Das zweite Problem ist, dass dieses Tiere kein Allgemeingut sind, sondern jemandem gehören!
        Vielleicht jemandem der, gemeinsam mit seinen Vorfahren,
        schon Jahrzehnte eine besonders selektive Linienzucht betreibt
        oder alte Haustierrassen erhält, von denen der Genpool bereits sehr klein ist.

      • Immer schön sachlich bleiben. In erster Linie fordere ich Respekt für jedes Lebewesen. Nicht nur für Wölfe. Ich fordere noch, dass man mit Intelligenz an die Sache dran geht um allen gerecht zu werden. Also nüchtern-Sachlich ohne Beleidigungen. Geht das oder kommt das in deinem Plan nicht vor?

        Artgerecht 😂 da scheiden sich wohl die Geister. „Natur-pur“ ist die Haltung in Stallungen und Zeunen mit Sicherheit nicht.

        In diese Höllenqual hat der Mensch sie doch erst gebracht. Desenibilisiert gegen Gefahren, eingesperrt.

        Es sagt ja keiner, dass es kein Problem ist, hat auch mit Sadismus nichts zu tun. Im Gegenzug kann sich ein Tierhalter auch nicht von Sadismus frei sprechen – dieser findet es ja toll, Tieren Sperma in die Gebärmutter zu drücken um die Gewissheit zu haben, dass sie gedeckt sind. Dieser findet es toll, den Muttertieren die Kinder weg zu nehmen um an die Milch zu kommen. Dieser findet es toll Tiere zu züchten die so fette Euter bekommen, dass sie kaum laufen können. Dieser findet es toll seine Tiere in binnen kurzer Zeit so fett fressen zu lassen um sie schneller zum Schlachter zu führen.
        Und Jaaaaa mir ist bewusst, dass nicht jeder Landwirt das genauso macht.

        Gut, wenn Tiere kein Allgemeingut sind, dann gehören die Wölfe halt auch jemanden… Wie Ratten, Mäuse, Füchse, Vögel, Rehe etc.

        Alte Haustierrassen… Darf ich lachen? Wer hat den durch Zucht, Genmanipulation, Rassenwahn, alles abschießen was sich im Wald bewegt und auffressen den Genpool reduziert? Na, na? Weißt du selbst ne?

  4. shootinggirl sagt:

    Der Wolf wird abgelehnt weil er die Menschen an die persönliche Unfreiheit und Schwächen erinnert

    • Emwe sagt:

      Nein, ich lehne Wölfe generell überhaupt nicht ab.

      Allerdings sollte der DENKFÄHIGE rationelle Mensch einen Unterschied zwischen Wölfen in Kanada oder Sibirien, mit 1,3- 3 Menschen, die dort auf einem Quadratkilometer leben, und der dichtbesiedelten deutschen Kulturlandschaft (230 Menschen pro Quadratkilometer) erkennen können!
      Dort gibt es weniger Konflikte, weil sich Mensch und Wolf nicht besonders oft treffen (können!).
      Übrigens werden sowohl in Rußland, wie auch in Kanada Wölfe regulär bejagt und man darf sich auch gegen Übergriffe auf Nutztiere wehren!

      Und obwohl in Deutschland regional (Ost-Sachsen, Süd-Brandenburg und Heidekreis/ Uelzen in Niedersachsen) schon wesentlich höhere Wolfsdichten existieren, als in der Wildnis, dürfen wir uns nicht wehren und sollen sogar akzeptieren, dass die Wölfe sich tagsüber auf Höfen und Grundstücken herumtreiben.

      Großraubtiere, die 4kg Fleisch täglich benötigen und problemlos auch Elche, Bisons, Wisente und Rinder reißen!

      Wenn stattdessen marodierende Doggenrudel durch die Landschaft ziehen würden, würde wohl niemand die Akzeptanz der Bevölkerung dafür erwarten. Aber gleich große, nicht- scheue und aufdringliche Nutz- und Haustier- reißende Wölfe, soll man stattdessen toll finden?

  5. Und es ist ja nicht nur der Wolf… Hier in Brandenburg haben sie neulich ein Wiesent erschossen. Das Tier kam aus Polen, war dort als harmlos bekannt und lief öfter durch Dörfer. In Deutschland wurde es dafür als Bedrohung für Mensch und Straßenverkehr gesehen und erschossen. (Ein Wiesent kann man natürlich nicht so einfach über den Haufen fahren, wie Fuchs und Hase…)
    Ich glaube, die meisten Menschen sind soweit entfernt von Natur und Tieren, das alles Gerede über deren Schutz Theorie bleibt. Man weiß, Naturschtz ist gut, aber man weiß nicht, was man da eigentlich schützen sollte. Es ist kein Gefühl und keine persönliche Erfahrung dahinter. Dazu dann noch die Interessen verschiedener Gruppen (Bauern, Jäger, Förster,…) und es wird nie vorwärts gehen mit dem Naturschutz.

  6. Ich stimme Dir zu, es ist ein absolutes Drama.
    Im Wolf lässt sich wunderbar ein Sündenbock finden, der sich argumentativ nicht wehren kann und Wolfsfreunde gelten allzu gern als Naivlinge, die einfach nicht nicht kapiert haben, was für eine Gefahr diese Tiere angeblich darstellen.

    • Man muss nur mal auf Facebook auf die Seite „Wolf nein Danke“ schauen ….

      • Das klingt sehr gruselig. Ich weiß gar nicht, ob ich mir das antun möchte. Ich kann mir leider vorstellen, in welche Richtung die „Diskussion“ dort geht.

      • A. SCHOLZ sagt:

        Ja, ist gruselig. Weil man dort das auf Fotos und Videos sieht, was Tierbesitzer vor Ort live aushalten müssen.
        Zerfetzte, lebendig angefressen und stark traumatisierte Tiere, die ihre ungeborenen Babys verlieren oder sich nicht mehr händeln lassen.
        Diese Realität wird auf ProWolf und Spendeneintreiberseiten ganz gezielt verschwiegen.

  7. Ja so traurig. Von Überbevölkerung kann man ja nicht sprechen bei den Wölfen. Kaum taucht einer auf, wird ein Szenario der totalen Verwüstung konstruiert.

    Ja, verdammt Wölfe haben auch Hunger. Wenn die Landwirte Angst um ihr Kapital haben dann sollen sie halt mehr Leben in den Wald bringen. Dann jammern die Förster, dass ihre Bäume abgefressen werden.

    Es gibt tausend Lösungen für diese Problematik und es wird die dümmste und widerlichste als erstes gewählt. Ich frag mich wozu wir Wissen lehren, wenn es ignoriert und nicht angewandt wird.

    • Das hast du ganz wunderbar formuliert.

    • A. SCHOLZ sagt:

      Warum sollen sich Siedlungen, Dörfe, Städter, Felder, Weiden, Wälder – samt dort lebenden Tiere und Menschen – komplett ändern, wegen EINER Tierart?

      • Typisch. 😂
        Diese eine Tierart hat sich das bestimmt auch gedacht, als sie auf den Menschen traf. Bevor der Mensch diese eine Tierart abgeschlachtet und andere Tierarten in Käfige gezwängt hat.
        Es hat auch nichts mit dem veggie Hype zu tun, bevor du diese Karte spielst. Es hat mit Respekt zum tun. Respekt vor anderem Leben als das eigene.

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