Was verloren ging

Rundblättriger Sonnentau

Der Jahresbeginn ist bei mir die Zeit, im Fotoarchiv aufzuräumen. Dabei finde ich oft Aufnahmen, die mir seinerzeit nicht gefielen oder sonst wie nicht gebraucht wurden. Also nichts sonderlich Aufregendes. Wenn da nicht vermehrt Naturfotos auftauchen würden, die ich heute so nicht wiederholen könnte.

Im Hamberger Moor gab es früher verzauberte Orte mit viel Sonnentau. Komme ich dort heute vorbei, finde ich Heide vor, anstatt Sonnentau, verwuchert mit jeder Menge Gras. Das ist schade. Der fleischfressende Sonnentau ist zu klein, um sich gegen Gräser und Heide durchsetzen zu können. Sonnentau wächst auf mageren Moorböden, seine Nährstoffe holt sich die Pflanze, indem sie mit klebrigen Fühlern versucht, Insekten zu fangen.

Manch ein Insekt verliert allerdings sein Leben, ohne dass es die Pflanze ernährt. In den Flügeln der Florfliege steckt kein Lebenselixier für den Sonnentau, das Insekt schafft es aber dennoch nicht, sich zu befreien.

Florfliege

Im Huvenhoopsmoor wuchs bis vor wenigen Jahren auf großer Fläche der mittlere Sonnentau. Man konnte das vom Kranichbeobachtungsturm gut einsehen. Leider gewann auch hier das Gras die Oberhand.

Mittlerer Sonnentau

Vereinzelt wächst  sicher noch der Sonnentau, aber das müßte dann schon an sehr verborgenen Orten sein, die mir nicht bekannt sind. Hoffen wir mal so.

Größere Ansicht gewünscht  für die kleine Blume – dann klick ins Bild.

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P.S.

Schreibe niemals Blog, wenn Du einen Kuchen im Ofen hast. Mein American Lime Pie ist ein  bisschen arg braun geworden ;-(

About fotoblogmarenarndt

Am liebsten Naturfotografie - aber nicht nur....
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12 Responses to Was verloren ging

  1. Fotohabitate sagt:

    Wunderschöne Aufnahmen! Der Sonnentau ist nicht alleine durch die zunehmende Trockenheit bedroht, sondern auch durch Stickstoffeintrag des Autoverkehrs. Andere Arten wie das Gras können dadurch besser und schneller wachsen und verdrängen den Sonnentau. Den letzten, den ich gesehen habe, war in NZ auf einem Berg. Leider.

  2. Wie wunderschön, Deine Bilder vom Sonnentau. Ich hoffe, an anderen Orten hat er bessere Überlebensbedingungen. Ich selbst wüsste nicht, dass ich in den letzten Jahren mal welchen „in natura“ gesehen hätte.
    Liebe Grüße
    Ines

  3. So schöne Bilder, schade, dass es den Sonnentau dort nicht mehr gibt. Ich habe ihn noch nie „wild“ gesehen, sondern nur im botanischen Garten.
    Ich hoffe, der Kuchen hat trotzdem noch geschmeckt. 😉

    • Nur die Ränder des Pie waren ein wenig sehr braun 😉 Geschmeckt hat er gut, schön saftig mit brauner Kruste.
      Die Bilder vom Sonnentau sind von 2006 – mittlerweile finde ich auch kaum noch Sonnentau im Teufelsmoor und wenn dann nur vereinzelte Pflanzen. Die Trockenheit macht ihm auch zu schaffen.

  4. Sonnentau kenne ich aus meiner Kindheit im Erzgebirge. In der Nähe von Johanngeorgenstadt gab es ein Hochmoor, in dem Sonnentau wuchs. Deine Bilder sind allesamt sehr schön….

  5. Zu trocken ist es allemal im Moor. Aber es wächst das Gras zu schnell und überall. Heide schafft es so gerade noch, sich ein wenig zu behaupten, der schmeckt natütlich der trockenere Boden. Grüße zurück

  6. wasserundeis sagt:

    Tolle Bilder, wenn auch traurige. Vielleicht ist der Boden einfach zu trocken geworden?

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