Der Ruf der Wildnis

.. oder, lauter Brüller unterwegs

Die Halbinsel Fischland – Darß – Zingst ist in ganz Deutschland bekannt für große Rotwildbestände. Ca. 300 bis 400 Tiere sollen hier ihre Heimat haben. Am Darßer Ort finden sie sich jährlich im Herbst zur Brunft zusammen. Das Imponiergehabe der Hirsche und ihre Rufe besagen nichts weiter, als dass es um das Vorrecht zur Paarung geht. Die Tiere sind nicht scheu, hier im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gibt es keine Jagd. Jäger sind nur die Fotografen.

Fast wie im Yellowstone stehen besagte Fotografen dicht an dicht, bewaffnet mit mehr oder weniger langen Rohren und Brennweiten, aber auch mit Spektiven und Ferngläsern. Die Jagd auf den besten Schuss ist ab Mitte September eröffnet, und seit einigen Jahren schieße ich da eifrig mit. Die Brunftzeit währt von Mitte September bis Mitte Oktober. Allein schon das lautstarke Röhren der kräftigen Hirsche zu hören, ist beeindruckend und bewirkt bei mir Gänsehautfeeling.

Besonders schön ist das Licht in der Abendsonne. Zwischen uns und den Tieren liegt der Darßer Nothafen und dessen Einfahrt. So können sich die Tiere sicher fühlen und benehmen sich auch so. Man kann selber das Geschehen nicht beeinflussen und muss warten, bis sich etwas regt bei den Hirschen. Manchmal schauen nur Geweihe aus dem dichten Schilf. Steigt dann plötzlich ein Tier ins Wasser, rattern in Reihe alle Kameras im Dauerton 😉

Die Kormorane sind weder beeindruckt vom Hirsch, noch von den klickenden Kameras.

Als die Könige des Darßwaldes dann mit den letzten Sonnenstrahlen die Bühne Richtung Meer und Strand verließen, hatten wir noch genügend Zeit, uns auf das Fahrrad zu schwingen und zum Leuchtturm Darßer Ort zu radeln, um dort auch noch am Strand den Sonnenuntergang zu erleben. In diesem Jahr verschwand die Sonne leider immer in einer grauen Seenebelwand. Nun denn, man kann nicht alles haben.

Es hat sich für mich bewährt, abends zu den Hirschen zu fahren, dann sind nicht mehr so viele Leute mit Kind und Kegel und Hunden vor Ort. Es ist wieder Ruhe im Wald, wenn die letzte Darßbahn um 17 Uhr aus dem Wald zurück nach Prerow gefahren ist. Das Röhren der Könige des Waldes ist wieder weit zu hören.

Jeden Abend flog übrigens ein Seeadler vom Meer kommend über den Nothafen. Bevor wir ihn sahen, hatten schon alle Wasservögel fluchtartig die Szene verlassen 😉

Wenn Ihr einen wirklich guten Film über das geheime Leben der Hirsche sehen mögt, dann bitte in den unten stehenden Link klicken. Da waren Naturfilmprofis am Werk, die auch den ersten Platz bei dem Darßer Naturfilm Festival gemacht haben.

https://www.ardmediathek.de/video/erlebnis-erde/das-geheime-leben-der-rothirsche/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2VybGVibmlzIGVyZGUvMDg1NmI5OTAtZThhNi00ZGJjLTgzZTEtMWQzNzc1NjA5MGVm/

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Am liebsten Naturfotografie - aber nicht nur....
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22 Responses to Der Ruf der Wildnis

  1. Fotohabitate sagt:

    Hihi, war wahrscheinlich derselbe Platzhirsch, den wir an der Einfahrt gesehen haben. 😁
    Ich sitze gerade im Zug kurz vor Hannover mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck!
    Tolle Bilder hast Du geschossen! Den Seeadler habe ich leider verpasst.

  2. hsevecke sagt:

    Sehr unterhaltsam geschrieben 👍😉

  3. Was für herrliche Bilder!

  4. bohlmeise sagt:

    Sehr stimmungsvolle Bilder. Da möchte man gleich dabeisein. Ist aber sehr sehr weit weg von hier…

    …grüßt Syntaxia

  5. Pit sagt:

    Liebe Maren,
    gerade habe ich hier einen Kommentar geschrieben, der aber nicht erschienen ist. Es gab auch keinen Hinweis, dass er erst noch genehmigt werden muesse. Vielleicht liegt es daran, dass ich zwei Links drin hatte. Schau‘ doch bitte mal nach, ob er im Spam gelandet ist. WordPress/Akismet tut das ja manchmal, je nach Einstellung.
    Liebe Gruesse,
    Pit

    • Deine Muledeers sind ganz entzückend. Du machst herrliche Bilder. Übrigens, zu den Kranichen mußt du nicht Frühaufsteher sein, die sind den ganzen Tag aktiv. Nur ist es bei uns so, dass sie sich auf den Feldern verteilen und abends alle im großen Schwarm gemeinsam zu ihren Schlafplätzen ziehen. Und das ist schon ein Schauspiel.
      LG zurück

  6. Tolle Bilder. Muss sehr beeindruckend sein. Sind da eigentlich sehr viele Fotografen unterwegs?

  7. Pit sagt:

    Ganz fantastische Aufnahmen, liebe Maren, sowohl von diesen Prachtkerlen als auch von der Landschaft in diesem wunderbar weichen Fruehabendlicht.
    „Unsere“ Hirsche sind nicht so gross, und sie roehren auch nicht, aber dafuer haben wir sie im Garten. Mal sehen, wann die grossen wieder kommen. Zur Zeit sind es nur „Jungspunde“. Eigentlich sollte die Paarungszeit jetzt bald beginnen, und dann hoffe ich, auch die ausgewachsenen wieder zu sehen.
    Liebe Gruesse,
    Pit
    P.S.: Hier zwei Posts dazu.
    https://wp.me/p4uPk8-17F
    https://wp.me/p4uPk8-1B3

  8. zimjoa sagt:

    Herrlich! Wir hätten letztes Jahr nur die Geweihe im Fernglas bzw vor der Linse, die schönen Fotos flüstern mir aber ein „nächstes Jahr fährst du auch wieder hin“ Danke für den tollen Beitrag! LG Achim

  9. Ja … auch ich bin so einer, der das gerne mal erleben würde …. bei uns gibt’s schon Hirsche .. die sind aber recht weit verstreut in den Bergen und nicht so konzentriert wie hier … ich hab’s bisher nur zu Rehen geschafft, die es gefühlt überall gibt … 😉

    Ahja … tolle Fotos der Hirsche zeigst hier … Gruß .. Robert

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