Märchenhafter Herbsttag im Kratteichenwald

Der Buchholzer Kratteichenwald liegt gleich hinter der Teufelsmoorgrenze im Landkreis Rotenburg in einem Waldstück das zum Holzberg gehört, einem Geestrücken zwischen Wilstedt und Buchholz.

Ich muss gestehen, ich bin noch nie dort gewesen. Das war ein Fehler. Die Gruppe uralter Eichen in einem privaten Wald nahe einer alten ausgedienten Kiesgrube ist einfach nur wunderbar sehenswert. Und einen sonnigen Herbsttag sollte man sowieso im Wald verbringen. Am Rande der Kiesgrube kann man parken und ein kurzer Weg führt direkt zu den als Naturdenkmal ausgewiesenen bizarr verformten Stiel-Eichen. Das bunte Herbstlaub schmückt die Bäume auf ganz besondere Art und Weise. Herbst im Kratteichenwald, doch ich bin mir sicher, ich komme wieder, zu jeder Jahreszeit.

Geo-Koordinaten:
E9°5.5761′ / N53°10.3204′

Ich finde es sehr schade, dass rund um die alten Bäume Brombeergestrüpp und mehr ungebremst wuchern darf. Es scheint sich niemand wirklich um das historische Waldgebiet zu kümmern. Auch die dort vorhandenen Hügelgräber sind nicht zu entdecken, sie wurden im Laufe der Jahre von Kiefern und Gestrüpp überwuchert.

Kratt ist die norddeutsche Bezeichnung für einen Niederwald mit kleinen und zum Teil verschlungen verwachsenen Bäumen. Die außergewöhnliche Wuchsform der alten Eichen soll wohl auf den ständigen Verbiss von Ziegen und anderen Nutztieren zurück zu führen sein. In früheren Jahrhunderten wurden die Tiere oft in die Wälder getrieben, um sich ihr Futter selber zu suchen. So fraßen sie vermutlich immer wieder die jungen Triebe der Eichen ab. Es entstanden die eigenwilligen Formen. Der Schönste der Bäume steht völlig frei und wird gern für als Motiv für Hochzeitsfotos mit den Brautleuten genutzt. Ich habe den ganzen Baum nur als Hochkant – Panorama auf ein Bild bekommen.

About fotoblogmarenarndt

Am liebsten Naturfotografie - aber nicht nur....
Dieser Beitrag wurde unter Photogalery Maren Arndt abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Responses to Märchenhafter Herbsttag im Kratteichenwald

  1. Die Bäume sind wirklich zauberhaft schön.

  2. Sehr schön wie du die Bäume als Subjekt in deinen Fotos freigestellt hast. Das geling nicht jedem! Lasst die Hügelgräber wie sie sind, man muss nicht aus allem einen Park machen. Wir haben ja hier im Mississippi Valley sehr viele davon (meist oben auf den Felsen) und die naturbelassenen Gräber zollen genauso den Respekt vor den Vorfahren der Native Americans wie die, die jetzt Teil eines National Monuments sind. Effigy Mounds ist übrigens das einzige NM hier in Iowa.

    • Da hast Du völlig recht, doch sie sind gar nicht mehr zu erkennen, völlig überwuchert. Die andere eiteist die, dass die Menschen immer weniger Respekt haben vor Natur und Gräbern. Schon jetzt lag soviel Müll dort herum, dass ich mich kurz schriftlich an den Bürgermeister gewandt habe. Bin gespannt.
      Viele Grüße nach Iowa, ich freue mich so über Deine Bilder.

      MAren

  3. bohlmeise sagt:

    Wunderbar!!
    Was für eine Lebenskraft Bäume haben, die sich dann trotz Verbiss so entwickeln. Da kann man sicher ewiglich fotografieren. Ich käme nicht vom Fleck.:-)

    ..grüßt Syntaxia

  4. Fotohabitate sagt:

    Das habe ich doch glatt bei Google Maps vermerkt! Danke für den Tipp, liebe Maren. Wunderschöne Eichenbilder!!

  5. Tolle Fotos von den alten Bäumen – sie sehen wirklich sehr malerisch aus – kein Wunder, dass sie gerne für Hochzeitfotos genutzt werden.
    Gut, das sie immerhin unter Naturdenkmalschutz stehen, vielleicht legt ja doch noch irgendwann jemand die Hügelgräber frei…
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Birthe

  6. Pit sagt:

    Wirklich ein fantastischer Herbsttag mit geradezu mystischen Stimmungen, liebe Maren. Danke fuer’s Mitnehmen in diesen „Zauberwald“.
    Eichen koennen sich wirklich zu ganz prachtvollen und majestaetischen Baeumen entwickeln, nicht wahr? Eine solche hast Du ja in meinen Bildern von „The Big Tree“ im Goose Island State Park gesehen.
    Eine interessante Uebereinstimmung finde ich, dass eine der Eichen im Kratteichenwald als Hintergrund fuer Hochzeitsfotos genutzt wird. Auf unserer Fahrt nach Waco im vergangenen Jahr haben wir uns die sogenannte „Matrimonial Oak“ [https://wp.me/p4uPk8-3C0] nahe bei San Saba angesehen. Die soll schon von den Indianern in der Gegend fuer Hochzeitszeremonien genutzt worden sein.
    Liebe Gruesse und hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

    • Ich lese sehr gerne Deine berichte über Texas. Man lernt nie aus und die Welt ist schön, hoffentlich für immer. Dir ein spannendes Wochenende bei sicherlich gutem Wetter
      Liebe Grüße
      Maren
      Maren

      • Pit sagt:

        Es freut mich, liebe Maren, dass Du meine Berichte ueber Texas so gerne liest. Ebenso gilt das fuer mich mit Deinem Blog, z.B. mit diesem Artikel hier. Ich stimme Dir zu: man lernt so Vieles hier im Internet. Aber ob die Welt so schoen bleibt? Da bin ich leider (sehr) skeptisch. Also: lass‘ uns geniessen, was wir haben solange wir es (noch) haben.
        Hier verspricht es heute ein wunderbarer Herbsttag zu werden: strahlender Sonnenschein von einem blauen Himmel. aber nur knapp an die 20 Grad. Gerade habe ich ein paar Morgenbilder in unserem Garten gemacht und zwei davon in mein „Bilderbuch Blog“ hochgeladen [https://wp.me/p107Dr-1Nb]. Bei dem Anblick geht mir das Herz auf und wir preisen uns immer wieder gluecklich, dass wir diesen wunderbaren Flecken Erde gefunden haben.
        Auch Dir ein wunderbares Herbstwochenende wuensche ich,
        Pit

      • Sicherlich können wir mit dem Wetter in Texas hier nicht mithalten. Im Blog und überhaupt im Internet lerne ich dazu, auf facebook habe ich viele NP aus den USA und andere spannende Seiten abonnert. So weiss ich viel Neues aus den Staaten zu den Gebieten, die mich besonders begeistern, Natur pur. Ihr habt davon NOCH mehr als wir.
        Schönen Sonntag wünscht
        Maren

      • Pit sagt:

        Nun ja, mit dem Wetter in Texas ist das so eine Sache. Wenn wir hier im Sommer fuer manchmal etwa drei Monate am Stueck Temperaturen von zwischen 35 und 40 Grad [und manchmal sogar mehr] haben, und das bei hoher Luftfeuchtigkeit, dann sehen wir uns doch nach „etwas“ anderem Wetter. 😉
        Was die Naturparks angeht: da stimme ich Dir zu, dass wir hier Unmengen von „Natur pur“ haben. Frueher habe ich nicht gewusst, wie duenn im Grunde die USA besiedelt sind. Da hatte ich einen voellig falschen Eindruck. Das hast Du auf Deinen Reisen ja auch „erfahren“.
        Liebe Gruesse, und hab‘ einen feinen Sonntagnachmittag,
        Pit

  7. Ola sagt:

    Wunderschöne Bäume…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s