Alle Jahre wieder

Storchenpflegestation Wesermarsch

Es vergeht kein Sommer, in dem ich nicht auf die andere Weserseite fahre und Udo Hilfers und seine Frau besuche. Natürlich gilt mein Besuch hauptsächlich den unzähligen Störchen in unserer einzigen Baumbrutkolonie in Niedersachsen. Die Arbeit des Ehepaares Hilfers ist so grandios im Sinne der Störche und des Naturschutzes, das läßt mich immer wieder staunen und ich gestattete mir eine Menge an Bewunderung für die beiden. Besucher sind natürlich immer willkommen in dem großen Garten der Storchenstation, Kaffee wird angeboten, gegen eine Spende. Überhaupt Spenden, die Betreuung der Störche kostet viel Geld, es werden gerne Spenden angenommen, es gibt ein entsprechendes Sparschwein dort.

In diesem Jahr gab es schon 15 verletze Störche, teils mit abgerissenen Beinen oder Flügeln, oft auch mit kaputten Schnäbeln. Nicht alle konnten gerettet werden. Und es trifft die Hilferts hart, wenn sie entdecken, auf einem Nest mit Küken fehlt wieder ein Storch. Der massive Ausbau der Windkraft ist zwar nötig, das haben wir inzwischen wohl alle begriffen, doch sollte man unbedingt weiter auf die Belange der Natur Rücksicht nehmen. Das hoffen auch die Hilferts. Im vergangenen Jahr gab es nur 5 verletzte Störche, das zeigt, wie schlimm die Situation doch ist für alle Vögel, ich spreche hier nur von Störchen,

Stundenlang kann ich dort im Garten sitzen und die Störche beobachten. Ein Jungpaar zum Beispiel baute immer noch an seinem ersten Nest, es sah recht unordentlich aus, man übt ja noch. Der kleine Stock wurde kurzerhand einem Storch geklaut, der in der Pflegebasis für flugunfähige Störche unter dem Baum stolz einen solchen mit sich im Schnabel herum trug. Und während das gestohlene Stöckchen im Nest eingebaut wurde, klaute eine listige Krähe ungeniert Nistmaterial. Gut Ding will also Weile haben. Im nächsten Jahr klappt es bestimmt mit dem Nestbau bei soviel Übung.

Wenig später versuchte der Jungsstorch Zweiglein vom Baum abzubrechen. Solange wie ich zuschaute, gelang ihm das nicht. Seine Braut und sein Nest zu verlassen, traute er sich wohl nicht, die Hilfers erzählten uns von vielen Kämpfen in diesem Jahr rund um die Nester.

Aber trotz aller Kämpfe, in den meisten Nestern saßen muntere, immer hungrige Küken. Die Kleineren noch bewacht von einem Elternteil, während der andere auf Nahrungssuche war in den üppig grünen Wiesen rund um die Storchenstation. Die Kleinen haben noch schwarze Schnäbel und Beine, nur die ausgewachsenen Störche haben die berühmten roten Storchenbeine und rote Schnäbel.

Wenn ihr im Sommer in Norddeutschland unterwegs seid, ein Besuch der Storchenstation lohnt sich immer.

https://www.storchenstation.de/

Ich wünsche allen ein sonniges Wochenende.

Wie immer, ein Klick ins Bild und es ist vergrößert.

About fotoblogmarenarndt

Am liebsten Naturfotografie - aber nicht nur....
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9 Responses to Alle Jahre wieder

  1. Pit sagt:

    Schoen, dass es so hilfsbereite Tierliebhaber gibt

  2. Tolle Bilder und schön, dass es solche Orte gibt.

  3. Wunderschön sind Deine Bilder, liebe Maren. Daß es so viele Verletzungen und Todesfälle unter den Störchen (und anderen Vögeln) gibt, ist natürlich sehr traurig. Ich hoffe, die schlauen Ingenieure können eine Lösung finden.
    Dir, den Störchen sowie der Famile Hilfers alles Gute.
    Tanja

  4. Sehr schön dokumentiert sind diese Bemühungen zur Erhaltung von Art und Population von dir. Wie du weisst, Störche haben wir ja hier, im Mittleren Westen der USA, leider nicht, aber in meiner alten Heimat der Oberlausitz habe ich sie oft beobachtet und viele Dörfer hatten mindestens ein Nest.

    • Die Storchpopulation hat sich sehr positiv hier entwickelt, in ganz Deutschland.
      Ihr habt andere wunderbare Vögel auf die Bilder davon blicke ich immer leicht neidisch
      Grüße zurück
      Maren

  5. 6qsite sagt:

    👌🏻👍🏻📷👏🏻👏🏻👏🏻

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